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Jesus – und ? Gott spricht – Die Inspiration der Bibel Wie sollen wir die Bibel lesen? Lesen – Hören – Essen |
Jesus – und ?Eine Frage vorweg: Wie heißt eigentlich das Buch, welches Jesus selbst geschrieben hat? Natürlich hat er z.B. durch die Evangelisten geschrieben; aber was hat er mit seinen eigenen Fingern geschrieben? Keine Ahnung? Dann lesen wir einfach den Evangelisten Johannes: „Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde." (Joh 8,3-9) Allenfalls hat Jesus in die Erde geschrieben. Trotzdem ist die Bibel 1400 Seiten dick (Einheitsübersetzung) und sie handelt von Jesus Christus – von der ersten bis zur letzten Seite. Jesus ist das Alpha: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde (Gen 1,1)". Christus ist immer schon beim Vater und die ganze Vorgeschichte seiner Geburt weist auf ihn hin. Jesus ist auch das Omega: „ Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen! (Offb 22,21)". Das Ziel unseres Lebens finden wir in ihm. |
Gott spricht – Die Inspiration der BibelDie einzelnen Bücher der Heiligen Schrift wurden von Menschen geschrieben; seien es Propheten, Evangelisten oder Apostel. Viele Texte des Neuen Testamentes sind 1900 Jahre alt oder sogar bald 3000 Jahre im Alten Testament. Wichtiger jedoch ist die Frage: Ist das auch wahr, was in der Bibel steht. Wir Christen glauben, dass es „Gottes Wort" ist und Gott spricht ja die Wahrheit. Wie kann das sein, wenn es doch von Menschen aufgeschrieben wurde? Es ist so wie der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser bekennt: „Gott hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan (Eph 1,9)". Um uns Menschen seinen Willen kundzutun hat Gott sich Menschen wie der Propheten bedient. Folglich ist die Bibel Wort Gottes, wie es in jedem Gottesdienst verkündet wird: „Wort des lebendigen Gottes!". Gott spricht in diesen Worten zu uns. Und deshalb bewegt dieses Wort immer etwas; es bleibt nie ohne Wirkung. Das erste Wort Gottes in Gen 1,3 hat eben auch etwas bewirkt: „Gott sprach: es werde Licht. Und es wurde Licht". So wird durch Gottes Wort die Schöpfung ins Dasein gerufen. Der Apostel Paulus sagt, die Bücher der Bibel sind „von Gott eingehauchte Schriften (2Tim 3,16)". |
Wie sollen wir die Bibel lesen?Petrus schreibt an die Schwestern und Brüder: „Bedenkt dabei vor allem dies: Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden; denn niemals wurde eine Weissagung ausgesprochen, weil ein Mensch es wollte, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Auftrag Gottes geredet (2Petr 1,20f.)". Es war und ist im Grunde der Heilige Geist, durch den und in dem alle Worte der Hl. Schrift Gottes Worte sind. Und genauso sollen wir die Bibel lesen: im Heiligen Geist! Wollen wir „im Heiligen Geist" lesen, hat das natürlich auch Folgen auf unsere persönliche Befindlichkeit. In welcher Stimmung und Atmosphäre lesen wir die Bibel? Sind unsere Gedanken dabei und sind sie offen für die Einhauchungen des Heiligen Geistes? Auch Passagen, die wir oft und immer wieder hören, wollen in uns etwas bewirken und dieses mal vielleicht etwas anderes als bisher. Lesen wir die Bibel also als „vom Heiligen Geist Verwandelte". Das hat nichts zu tun mit mehr oder weniger Intelligenz, sondern mit der Liebe. Die Heilige Schrift sollen wir mit einem liebenden Herzen lesen; mit einem Herz, das sich ganz und gar von der Empfindung durchdringen lässt: Gott spricht zu mir! So soll in uns endlich ein Herz wohnen, das es nach dem Wort Gottes verlangt wie den Propheten Jeremia: Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt... sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich, es auszuhalten, und konnte nicht! (Jer 20,7.9) |
Lesen – Hören – EssenHarry Potter, die Bücher über den jungen Zauberer wurden von Millionen von Menschen, auch Christen, geradezu verschlungen. Wäre eine solche Euphorie nicht auch für die Bibel möglich? Das eindringlichste Beispiel, wie wir mit der Bibel umgehen sollen, steht in ihr selber. Der Herr spricht zum Propheten Ezechiel: Menschensohn, iss, was du vor dir hast. Iss diese Rolle! Dann geh, und rede zum Haus Israel! (Ez 3,1) Das Wort Gottes will verinnerlicht, gründlich durchdacht werden. Wir können und sollen es sogar „essen". Erst wenn wir es „verdaut" haben, wird es uns zum ungeheuren Kraftquell, zur Nahrung. Erst wenn es in uns auch den Weg vom Kopf ins Herz und in den Magen gefunden hat wird es uns und in uns auch etwas „bewegen". Dann werden wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu die Welt bewegen und Glauben bringen. Der Mensch lebt nämlich nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt (Mt 4,4 – Dtn 8,3) © by Thomas Renftle |