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... könnte es vielleicht daran liegen:Mangelnde Bereitschaft zur VergebungNicht bekannte Sünden Falsche Motivation Mangelnde Ausdauer beim Beten Mangelndes Vertrauen / mangelnder Glaube |
Mangelnde Bereitschaft zur Vergebung"Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", diese Bitte im Vaterunser wird als einzige von Jesus kommentiert und damit in ihrer Bedeutung hervorgehoben. "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." (Mt 6,14f) Jesus wusste nur zu gut, wie ungern wir Menschen - damals und heute - dazu bereit sind. So verpassen viele Gottes Begnadigung, weil sie nicht vergeben wollen. Ein Verbrecher wartete auf die Vollstreckung der Todesstrafe wegen Mordes. Eines Tages besuchte ihn ein alter Schulkamerad, der ein paar Jahre zuvor einige Personen aus einem brennenden Haus gerettet hatte. Die schlimme Lage seines Bekannten bewegte ihn. Deshalb machte er eine Eingabe an den Gouverneur, ihn zu begnadigen. Aufgrund seiner tapferen Tat unterzeichnete diese die Begnadigung. Der Freund eilte ins Gefängnis um die freudige Nachricht zu überbringen. Zunächst jedoch fragte er: `Wenn du begnadigt und freigelassen würdest, was wäre deine erste Handlung?´ Der Gefangene antwortete prompt: `Ich würde den Richter und den Mann, der gegen mich ausgesagt hat, sofort umbringen.´ Sein Schulkamerad sagte nichts, sondern wandte sich traurig zum Gehen. Vor dem Gefängnis nahm er das Schreiben das Gouverneurs aus der Tasche und zerriss es in Stücke. Gott tut jedoch nichts nach Schablone. Manchmal vergibt er einem Menschen aus reiner Gnade, so dass dieser - überwältigt von Gottes Liebe - auch den Menschen vergibt. Viele äußerlich religiöse Menschen haben Schwierigkeiten, anderen zu vergeben, besonders wenn sie der Meinung sind, dass diese es gar nicht verdienen. Selbst die Jünger Jesu hatten damit Probleme. Petrus fragte eines Tages: "Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?" Jesus sagte zu ihm: "Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal."(Mt 18,21f) |
Nicht bekannte SündenOhne Sündenbekenntnis ist es nahezu unmöglich, im aufrichtigen Gebet zu Gott zu kommen. Oft täuschen wir uns selbst, wenn wir meinen, Gott müsste eigentlich recht zufrieden sein mit uns, weil wir dies und jenes nicht tun, also "längst nicht so schlecht" sind wie andere. Jesus findet klar Worte für den scheinheiligen Pharisäer, der betet: "Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens." Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Darauf Jesus: "Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht." (Lk 18,11f) Ein kurzes von Sündenbekenntnis verstärktes Gebet ist also viel wirksamer als salbungsvolle Worte, die durch die damit verbunden Selbstgerechtigkeit entwertet werden. Zu Pfarrer Albrecht kam eine vornehme Frau in die Sprechstunde und sagte; sie wolle sich bekehren. "Warum wollen sie sich bekehren? Haben Sie denn gesündigt?" - "Nein! Ich bin immer schon eine ordentliche Frau gewesen", sagte sie im Ton der Entrüstung. Der Pfarrer fragte sie nochmals: "Also eine Sünderin sind Sie wirklich nicht?" - "Nein! Was denken sie von mir!" - "Nun, dann brauchen sie sich auch nicht bekehren." So ging die Rede eine Zeit lang hin und her. Schließlich brach der Priester ab und sagte: " Ich will Ihnen einen guten Rat geben. Gehen sie jetzt nach Hause und bitten sie Gott: Herr, zeige mir mein Herz, so wie du es kennst! Sagen sie das nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem Herzen. Nach zwei Tagen kam sie wieder mit ganz verweintem Gesicht. "Ach", schluchzte sie, " ich habe ihren Rat befolgt. Oh, ich hätte nie gedacht, dass ich so schlecht wäre. Was hat der Herr mir doch alles gezeigt! Mein ganzes Leben ist er mit mir durchgegangen. An Sachen hat er mich erinnert, die ich längst vergessen hatte. Glauben Sie, dass Gott für so einen wie mich noch Gnade hat?" - "Ja", sagte der Priester, zeigt ihr die Verheißung, die allen Sündern gegeben sind (vgl. Joh 8,34f). und setzte dann hinzu: " Vorgestern konnte Jesus nichts mit ihnen anfangen, denn er ist gekommen um Sünder zu suchen, zu rufen und selig zu machen. Aber heute, wo Sie zugeben, eine Sünderin zu sein, ist er der wahre Heiland." Sicher wären wir überrascht, wenn wir wüssten, wie viele Menschen heute noch nach Jahren unter unvergebener Schuld - zum Beispiel einer Abtreibung oder einer andern schweren Sünde - unsagbar leiden. |
Falsche MotivationZugegeben - dieser Vorwurf klingt sehr hart, aber es lohnt sich, über die eigenen Motive beim Beten nachzudenken. "Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden." (Jak 4,2f)Steht in meinem Gebet wirklich die Beziehung zu Gott aus Liebe zu ihm im Vordergrund? Nicht selten bitten wir Gott um bestimmte Gaben (und das dürfen wir ja auch). Aber - warum bitten wir ihn um etwas? Wir spüren schon irgendwie, dass es nicht nur darum gehen darf, um Geld, Gesundheit und Erfolg zu beten, aber auch das Gebet für andere Menschen ist nicht selten besetzt mit anderen Motiven. Ein Beispiel: eine Frau betet um die Bekehrung ihres Mannes. Ein wichtiges Gebetsanliegen, zweifellos. Aber - warum möchte sie, dass ihr Mann zum Glauben findet? Sie denkt sich vielleicht, dass dann mehr Harmonie in der Ehe wäre und die Beziehung liebevoller und inniger sein könnte, wenn beide Partner an Gott glauben. Hier besteht nun die Gefahr, dass dieser Gedanke zur einzigen Motivation des Betens wird. Alles dreht sich nur noch um den Wunsch nach Harmonie. So wird aus dem Gebet, dass auch der Mann das Licht des Glaubens sehen soll, ein Mittel zum Zweck. Wir dürfen um alles bitten, auch um das, was wir uns für uns wünschen würden. Aber man kommt nur dann weiter, wenn man hinter allem Bitten und allem Wollen vor allem das Ja zum Willen Gottes und zu seiner Liebe spricht und lebt und betet! |
Mangelnde Ausdauer beim Beten |
Mangelndes Vertrauen / mangelnder Glaube© by Martin Straub |