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Pater Claret (1807-1870), später Erzbischof von Kuba, gründete die Missionsgemeinschaft der Söhne des
Unbefleckten Herzens Mariens - der Claretiner. Die folgenden Texte des Heiligen wurden ausgewählt und
herausgegeben vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien 1988.
Pater Claret benützt die persönliche Form, indem er Jesus zu jedem einzelnen sprechen läßt.
Eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten - das ist die ursprüngliche Überschrift über die folgenden Betrachtungen.
Die Anbetung Jesu im Tabernakel der Kirche wird in der katholischen Kirche als besonders innige Begegnung
mit Jesus geschätzt.
Die Worte des Pater Claret sind für jede Form des Gebets geeignet, in der wir Jesus suchen.
Es ist nicht nötig, viel zu wissen, um mir zu gefallen es genügt, daß du mich sehr liebst. Sprich hier
also einfach mit mir, wie du mit deinem engsten Freund sprechen würdest.
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Musst du mich für jemanden um etwas bitten?
Nenne mir seinen Namen und sage mir dann, was du möchtest, das ich jetzt für ihn tun soll.
Erbitte viel! Zögere nicht, zu bitten. Sprich zu mir auch einfach und aufrichtig von den Armen,
die du trösten willst; von den Kranken, die du leiden siehst; von den Verirrten, die du sehnlichst
auf den rechten Weg zurückwünschest. Sag mir für alle wenigstens ein Wort.
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Und für dich, brauchst du für dich nicht irgendeine Gnade?
Sage mir offen, daß du vielleicht stolz, selbstsüchtig, unbeständig, nachlässig bist ... und bitte
mich dann, dir zu Hilfe zu kommen bei den wenigen oder vielen Anstrengungen, die du machst,
um davon loszukommen. Schäme dich nicht! Es gibt viele Gerechte, viele Heilige im Himmel, die
genau die gleichen Fehler hatten. Aber sie baten demütig ... und nach und nach sahen sie sich
frei davon. Und zögere auch nicht, um Gesundheit sowie einen glücklichen Ausgang deiner Arbeiten,
Geschäfte oder Studien zu bitten. All das kann ich dir geben und gebe ich dir. Und ich
wünsche, daß du mich darum bittest, soweit es sich nicht gegen deine Heiligung richtet,
sondern sie begünstigt und unterstützt. Und was brauchst du gerade heute? Was kann
ich für dich tun? Wenn du wüßtest, wie sehr ich wünsche, dir zu helfen.
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Trägst du gerade einen Plan mit dir?
Erzähle ihn mir. Was beschäftigt dich? Was denkst du? Was wünschst du? Was kann ich für
deinen Bruder tun, was für deine Schwester, deine Freunde, deine Familie, deine Vorgesetzten?
Was möchtest du für sie tun? Und was mich angeht: Hast du nicht den Wunsch, daß ich verherrlicht
werde? Möchtest du nicht deinen Freunden etwas Gutes tun können, die du vielleicht sehr liebst,
die aber vielleicht leben, ohne an mich zu denken? Sage mir: Was erweckt heute besonders
deine Aufmerksamkeit? Was wünscht du ganz sehnlich? Über welches Mittel verfügst du,
um es zu erreichen? Sage es mir, wenn dir ein Vorhaben schlecht gelingt, und ich werde dir
die Gründe für den Misserfolg nennen. Möchtest du mich nicht für dich gewinnen?
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Fühlst du dich vielleicht traurig oder schlecht gestimmt?
Erzähle mir in allen Einzelheiten, was dich traurig macht. Wer hat dich verletzt? Wer hat deine
Selbstliebe beleidigt? Wer hat dich verachtet? Teile mir alles mit, und bald wirst du soweit kommen,
dass du mir sagst, daß du nach meinem Beispiel alles verzeihst, alles vergißt. Als Lohn wirst du
meinen tröstenden Segen empfangen. Hast du vielleicht Angst? Spürst du in deiner Seele jene
unbestimmte Schwermut, die zwar unberechtigt ist, aber trotzdem nicht aufhört, dir das Herz
zu zerreißen? Wirf dich meiner Vorsehung in die Arme! Ich bin bei dir, an deiner Seite. Ich sehe
alles, höre alles, und nicht einen Augenblick lasse ich dich im Stich. Spürst du Abneigung bei
Menschen, die dich vorher gern mochten, und sich von dir entfernen, ohne daß du ihnen dazu
den geringsten Anlass gegeben hast? Bitte für sie, und ich werde sie an deine Seite zurückbringen,
wenn sie nicht zum Hindernis für deine Heiligung werden.
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Hat dir etwas eine besondere Freude gemacht?
Warum läßt du mich nicht daran teilnehmen, da ich doch dein Freund bin? Frzähle mir, was seit
dem letzten Besuch bei mir dein Herz getröstet und dich zum Lächeln gebracht hat. Vielleicht
hast du angenehme Überraschungen erlebt; vielleicht hast du glückliche Nachrichten erhalten,
einen Brief, ein Zeichen der Zuneigung; vielleicht hast du eine Schwierigkeit überwunden, bist
aus einer ausweglosen Lage herausgekommen. Das alles ist mein Werk. Du sollst mir einfach
sagen: Danke, mein Vater!
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Willst du mir nichts versprechen?
Ich lese in der Tiefe deines Herzens. Menschen kann man leicht täuschen, Gott aber nicht.
Sprich also ganz aufrichtig zu mir. Bist du fest entschlossen, dich jener Gelegenheit zur Sünde
nicht mehr auszusetzen, auf jenen Gegenstand zu verzichten, der dir schadet, jenes Buch
nicht mehr zu lesen, das deine Vorstdlungskraft gereizt hat, mit jenem Menschen nicht
mehr zu verkehren, der den Frieden deiner Seele verwirrt? Wirst du zu jenem anderen
Menschen wieder sanft, liebenswürdig und gefällig sein, den du bis heute als Feind
betrachtet hast, weil er sich gegen dich verfehlte? Nun gut, gehe jetzt wieder an deine
gewohnte Beschäftigung zurück. Zu deiner Arbeit, deiner Familie, deinem Studium.
Aber vergiss die Viertelstunde nicht, die wir beide hier verbracht haben. Bewahre,
soweit du kannst, Schweigen, Bescheidenheit, innere Sammlung, Liebe zum Nächsten.
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Liebe meine Mutter, die auch die deine ist.
Und komme wieder mit einem Herzen, das noch mehr von Liebe erfüllt, noch mehr
meinem Geist hingegeben ist. Dann wirst du in meinem Herzen jeden Tag neue
Liebe, neue Wohltaten, neue Tröstungen finden.
Die gedruckte Version kann bestellt werden unter: KSA Kath. Schriften-Apostolat -
Postfach 1247 - D-88412 Ochsenhausen
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